Haus Peters

10.9.: Tag des offenen Denkmals mit Uwe Thomas Guschl

Uwe Thomas Guschl (*1945), der vor allem für seine schwungvolle, mit außergewöhnlicher Ausdruckskraft kombinierte Malerei bekannt ist, ist noch bis zum 24. September mit seiner Ausstellung “Häuser, Hütten, Scheunen, Ställe“ im Haus Peters zu Gast.

Am 10.9., dem „Tag des offenen Denkmals“, wird er ab 15 Uhr durch seine Ausstellung führen und Fragen der Besucher zu seinen Bildern und seiner Technik beantworten. Im Dialog mit den Besuchern wird er Einblicke ins Atelierleben geben und sozusagen kleine Geheimnisse rund um sein Schaffen lüften.

Seine bevorzugte Technik ist die Ölmalerei, seine Bildthemen verarbeitet er vorzugsweise in Serien. Es sind norddeutsche und nordeuropäische Landschaften, Variationen ein und desselben Motivs, oft mit Gebäuden oder Formationen, die den Blick des Betrachters anziehen, sich aber gleichzeitig harmonisch in das Bild einfügen. Die Wiedergabe seiner Motive ist stark verdichtet und abstrahiert. So, als würde er die Essenz der Dinge auf die Leinwand bannen. Früher malte er bevorzugt die reine Landschaft, heute steht das Objekt im Vordergrund, die Landschaft bleibt nur angedeutet, aber dennoch präsent.

In Guschls Bildern sind nie Menschen zu sehen, aber dennoch spürt man, dass seine Häuser und Hütten bewohnt sind oder dass Mensch und Tier ihre Spuren hinterlassen haben. „Oft sind Behausungen auch Spiegelbilder menschlicher Beziehungen“, so der Künstler.

Häuser, Hütte, Scheunen, Ställe – das sind alles sind nicht nur Behausungen, sondern sie spenden auch Schutz, sie zähmen quasi die zeitlose Natur, sie sind Symbole einer Suche nach Heimat. „Ich erzähle keine Geschichten, aber es finden Geschichten in meinen Bildern statt“ – und diese Geschichten zu entdecken, ist Aufgabe des Betrachters: So entsteht eine ständige Zwiesprache zwischen ihm und dem Künstler.

Seine malerische Handschrift ist kraftvoll, impulsiv, emotional, mit raschen Pinselstrichen bringt er seine Sujets auf die Leinwand. Mal greift er zu kräftigen Farbtönen, mal spielt er mit Farbnuancen, die fast Ton in Ton daherkommen. Das Bild entsteht während des Malprozesses, wobei Guschl so gut wie nie korrigiert. Lieber belässt er es bei informellem Farbmustern oder skizzenhafter Spontaneität, als dass er Gefahr läuft, ins allzu Naturalistische abzugleiten. Die Wiedergabe von Atmosphäre, Licht, Witterung und Oberflächenstrukturen ist ihm wichtiger. Seine Werke sind nicht seelenloses Abbild, sondern sie sind das pure Leben.

 

10.9., 15 Uhr: Tag des offenen Denkmals: Künstlergespräch und Einblicke ins Atelierleben mit Uwe Thomas Guschl

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Tag des offenen Denkmals am 13.9. mit Susanne Wind

Noch bis zum 4. Oktober zeigt die Hamburger Künstlerin Susanne Wind ihre Ausstellung „Nordseeluft“ im Haus Peters. Am 13.9. zum Tag des offenen Denkmals, ist die Künstlerin wieder vor Ort. In einem Künstlergespräch beantwortet sie Fragen zu Technik und Motiven und gewährt Einblicke in ihr Schaffen. Auch die Besucher haben an diesem Tag Gelegenheit, Susanne Wind Fragen zu ihrer Arbeit und den ausgestellten Bildern zu stellen.

Als Malerin ist die Nordseeküste für mich eine unendliche Quelle von Stimmungen, die ich einfange. Wasser, Himmel und Strand gehören dazu, wie auch alltägliche Szenen der Küstenbewohner, der Straßen und Dörfer. Zu allen Jahreszeiten habe ich Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm, Fanø und Eiderstedt erlebt und fotografiert, um jetzt davon zu malen.“

Susannen Wind: Inselgarten, 2015

Susanne Wind ist dabei immer eine stille Beobachterin – ihr Blick bedrängt nicht die Objekte, die sie darstellt, auch wenn es Menschen oder Kinder sind – sie ist nie voyeuristisch. Sie beobachtet, schaut zu, aber sie bewertet nicht – und ebenso ergeht es dem Betrachter der Bilder: Er schlüpft selbst in die Rolle der Malerin, sieht plötzlich mit dem Künstlerauge – neutral, nicht wertend, sondern abwartend und still beobachtend – und wird so zum stillen Genießer einmaliger Momente, die direkt aus dem Leben gegriffen sind.

Susanne Wind: take off, 2015

Ihre Malerei gründet auf dem, was sie in der Freilichtmalerei gelernt hat: Ihre Motive sind nicht arrangiert, sondern werden von der Künstlerin immer wieder neu in der Natur entdeckt. Die realistische Malweise bleibt dabei immer ihr künstlerischer Hintergrund, auch wenn in Lichtreflexionen, Lichtflecken auf Wiesen oder Wegen durchaus auch ein impressionistischer Stil hindurch scheint. Da sieht man Lichtspiele auf Autos oder Fenstern, in Blättern und Gras spielt nicht nur der Wind, sondern auch die Sonne, der Wechsel von Schattenwurf und Lichteinfall lässt die Bilder lebendig wirken – eben so, als stünde man gerade selbst an dieser Stelle. Realismus, Impressionismus? Diese Kategorisierungen sind obsolet: Susanne Winds Stil entzieht sich einer eindeutigen Einordnung. Und das ist auch gut so. Denn der Betrachter soll nicht darüber sinnieren, welchem Stil die Bilder zuzuordnen sind, sondern soll selbst in die Bildwelten eintauchen.

13.9. ,15 Uhr: Tag des offenen Denkmals mit Susanne Wind: Künstlergespräch

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