Haus Peters

Erzähl mir was … auf Eiderstedt: Kolonialwarenladengeschichten am 30.10.

Die Veranstaltungsreihe „Erzähl mir was … auf Eiderstedt“ ist am 30. Oktober zu Gast im Haus Peters in Tetenbüll, dem Historischen Kaufmannsladen von 1820.
Unter dem Motto „Kolonialwarenladen-Erinnerungen – Zeitzeugen erinnern sich an Paul und Luise Peters“ erzählen Eiderstedter Geschichten rund um die letzten Besitzer des historischen Kolonialwarenladens „Haus Peters“.

Gut 100 Jahre lang bildete der Kaufmannsladen Peters den Mittelpunkt des Dorfes, wo Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs verkauft wurden, und war zugleich sozialer Treffpunkt der weitläufig in den Kögen lebenden Kundschaft.
Die Familie Peters lebte über 200 Jahre – von 1765 bis 1987 – in dem Haus in der ehemaligen Tetenbüller Straße, heute Dörpstraat, in der Mitte des Dorfes Tetenbüll.
Die letzte Generation bildeten die Geschwister Paul (1899-1987) und Luise (1900-1991) Peters. Nach Aufgabe des Ladenbetriebs 1923 lebten die beiden unverheirateten Geschwister bis 1955 zusammen mit ihrer Mutter, dann alleine im Haus in der Dörpstraat. Die Ladeneinrichtung blieb unangetastet und wurde von ihnen wie ein Augapfel gehütet.

Haus und Geschwister bildeten quasi eine Einheit – jeder in Tetenbüll kannte die beiden und jeder kann andere Anekdoten über sie zu erzählen. Die beiden Geschwister Paul und Luise Peters lebten bis zuletzt eher zurückgezogen und ernährten sich sogar aus dem eigenen Garten und kochten vieles ein. Von Luise sind sogar Kuchen- und Plätzchenrezepte überliefert, die heute in Buchform erhältlich sind. Zwei Tetenbüller Originale also, die viele Erinnerungen wecken.
Es erzählen: Christian Marwig, Amtsvorsteher vom Amt Eiderstedt, und Jakob Claußen, ehemaliger Kröger von Tetenbüll und Kenner der Region.

Termin: 30.10, 19.30 Uhr
Haus Peters, Dörpstraat 16, 25882 Tetenbüll.

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Ein buntes Wochenende im Haus Peters: Rosen, Schafe und Meer

Mitte Juni, nämlich am 17./18./19.6., steht ein langes Wochenende rund um die Themen Schafe, Rosen und Meer“ im Focus.

Der 17.7. ist dabei speziell den Rosen gewidmet; es werden Rosenableger der historischen Rosen aus dem Haus-Peters-Bauerngarten verkauft, Gesche Siebke, die über lange Jahre Erfahrungen mit Alten Rosen und deren Begleitpflanzen gesammelt hat, wird Fragen zu Pflege und Zucht beantworten, und es wird Schönes, Köstliches und Wissenswertes rund um Rosen und Wildrosen geben. Marion Wick, Wildkräuter-Fachfrau, hält zudem einen Vortrag zur Verwendung und kulturhistorischen Hintergründen der Hundsrose. Zwischen 13 und 15 Uhr geben beide Tipps und halten kleine Vorträge zu verschiedenen Rosenthemen.

Am Wochenende, dem 18. und 19., werden zahlreiche Kunsthandwerker zu Gast sein: u.a. Deichschaf Bertha und seine Freunde, Filzarbeiten, Silberschmuck, Keramik, Holz- und Bernsteinaktionen (für Groß & Klein), Buddelschiffe, Mode aus altem Leinen, Brandmalerei.

Das Eiderstedter Landfrauentrio unterhält die Gäste mit vergnüglichen Volksliedern am 18.6., ab 15 Uhr, und am Sonntag (ab 16 Uhr) treten Vio & Lou auf. Unter dem Namen VILOU vereinen sie musikalische Gegensätze. Traditionell und modern – heimisch und international – akustisch und elektronisch. Diese besondere Mischung bringen Vio und Lou mit ihrer persönlichen und von ihnen geschaffenen TIDE-LOUNGE- Musik zum Ausdruck. 

Ein Besuch der nordfriesischen Lammkönigin Nele Christine Kahl (18.6.: 14-16 Uhr), Spiel- und Bastelangebote für Kinder mit Bernstein und Holz, Streichellämmer und kulinarische Angebote der Landfrauen runden das Wochenende ab.

Zeitgleich wird an diesem Wochenende eine Ausstellung einer Nachwuchskünstlerin (17.6 – 17.7.) eröffnet. Damit startet das Haus Peters ein neues Experiment. Ab sofort soll jedes Jahr ein noch relativ unbekannter Künstler eine Chance bekommen, sich einem breiteren Publikum vorzustellen. Diese Ausstellungen werden immer im Sommer stattfinden und jeweils einen Monat dauern. Julia Pasinski macht den Anfang und zeigt Bilder zum Thema „Meermalen“. Die Malerin ist studierte Grafik-Designerin, hat ihre Wurzeln auf Sylt und lebt heute in Hamburg; auch in ihrer Kunst hat sie sich den Motiven von der Küste und dem Meer verschrieben. Mit Techniken wie Acryl, Aquarell und Linoldruck bannt sie auf Papier, was für sie Heimat ausmacht: „Der Himmel, das Wasser, dieser besondere Geruch …“

Lachmöwe von Julia Pasinski


17./18./19.6.: Schaf, Rosen und Meer“-Wochenende

17.6-17.7.: Julia Pasinksi „Meermalen“


Öffnungszeiten Juni-September: Di.-So.: 11-18 Uhr

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30.10.: Erzähl mir was! Wie Gewürze und Kakao nach Tetenbüll kamen

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Eiderstedt in alten Photographien – Theodor Möller (1873–1953) im Haus Peters

Die Ausstellung im Haus Peters, die am 2. November startet, zeigt eine repräsentative Auswahl der Photographien Theodor Möllers von Eiderstedt, die Günther Fielmann dem Museum im März 2012 geschenkt hat. Entstanden sind sie in den Jahren von 1904 bis 1936. Sie zeigen Haubarge in Garding, Grothusenkoog, Kotzenbüll, St. Peter Ording, Tating und Witzwort, diese charakteristische Hausform Eiderstedts, ebenso wie die von Möller so geliebte weite Landschaft an der Westküste Schleswig-Holsteins. Es sind Photographien von bestechender Qualität, brillanter Tiefenwirkung und einer insgesamt hohen Attraktivität, die neben ihrem dokumentarischen Wert den künstlerischen Anspruch Möllers zeigen. Stille, stimmungsvolle Bilder sind ihm hier gelungen wie z.B. der Blick auf die heimgekehrten Krabbenfischer 1931, deren Boote sich im Wasser des Tönninger Hafens spiegeln.

Theodor Möller, Heimkehr der Krabbenkutter, Hafen Tönning, 1931

Theodor Möller, Heimkehr der Krabbenkutter, Hafen Tönning, 1931

Der Photochronist, Pädagoge und Heimatforscher Theodor Claus Heinrich Möller wurde am 6. März 1873 in Rumohr geboren. Statt in die Fußstapfen des Vaters zu treten und wie dieser Bauer zu werden, entschied sich Möller für den Lehrerberuf.
Ab 1900 wandte sich Möller zunehmend der Photographie zu, hielt zahlreiche Lichtbildervorträge und galt bald als begnadeter Lichtbildner.

Theodor Möller: "Die beiden Dröscher", Katharinenheerd, 1905

Theodor Möller: “Die beiden Dröscher”, Katharinenheerd, 1905

In dem noch jungen Medium sah er ein unübertreffliches Mittel, das Bestehende und noch Vorhandene in einer sich rasant verändernden Umwelt im Bild festzuhalten und auf diese Weise für die Nachwelt zu dokumentieren. Unermüdlich auf Reisen quer durch Schleswig-Holstein, wechselte er ab Mitte der 1930er Jahre verstärkt von der Glasplatten- auf die einfachere und nach 1913 leichtere Rollfilmkamera. Seine Vorbilder fand er in der Landschaftsmalerei des 19./20. Jahrhunderts, da die Photographie noch in den Kinderschuhen steckte und selbst kaum Vorbilder bot. Möller vermochte seiner Heimatliebe nicht wie seine malenden Zeitgenossen mit dem Pinsel, sondern mit der Kamera Ausdruck zu verleihen – weshalb er seine Kamera auch seinen „Tuschkasten“ nannte.
Im Jahr 1924 begann für Möller mit der Freistellung vom Schuldienst ein ungemein produktiver Lebensabschnitt.

Theodor Möller: Der Hauer. 1905

Theodor Möller: Der Hauer. 1905

Nun erst verfügte er über die nötige Zeit, sich voll und ganz seinen Interessen auf dem Gebiet der Heimatforschung, Heimatpflege und Photographie zu widmen. In rascher Abfolge veröffentlichte er mehrere Bücher. 1950 übergab Möller den auf 4.615 Glasplatten (9 x 12 cm) und 1.934 Rollfilmaufnahmen (4,5 x 6,0 cm) angewachsenen Bestand dem Landesamt für Denkmalpflege in Kiel. Kurz vor seinem Tod gab Möller gewissermaßen als Quintessenz seines Schaffens „Landschaft und Menschen“ heraus. Er schied am 10. November 1953 aus dem Leben.

Theodor Möller: Marschlandschaft mit Entwässerungsmühle, Neukrug. 1905

Theodor Möller: Marschlandschaft mit Entwässerungsmühle, Neukrug. 1905

Ausstellungseröffnung: 2. November, 15 Uhr.

Es sprechen: Dr. Michael Paarmann, Landeskonservator; Jürgen Oswald, Fielmann AG Hamburg; Marion Bejschowetz-Iserhoht, Kuratorin der Ausstellung.
Ausstellungsdauer: bis 23. Februar 2014
16.11., 15 Uhr: „Bertha, das Deichschaf“ stellt im Haus Peters ihr neuestes Buch vor, incl. Marmeladenverkostung und Kinderprogramm
28.12.: Führung durch die Ausstellung

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Siri Pasina – Traumbilder zu Theodor Storm: noch bis 24.2.!

Noch bis Ende Februar läuft die aktuelle Ausstellung “Traumbilder zu Theodor Storm” mit Bildern von Siri Pasina

Tannkönig von Sirina Pasina, Öl/Leinwand, 2010

“Tannkönig” von Sirina Pasina, Öl/Leinwand, 40×40 cm, 2010

1972 in Monza/Italien geboren, studierte Siri Pasina von 1990-1994 Malerei an der Kunstakademie in Mailand mit Abschluss Promotion. Von 1994-1995 arbeitete sie als Kunstkritikerin an der traditions reichen Zeitung Il Cittadino. Danach folgte 2005 die (2.) Promotion zum Doktor der Philosophie an der Staatlichen Universität Mailand. Seit 2007 lebt und arbeitet die Künstlerin in Husum. Fasziniert von den Novellen und Gedichten Theodor Storms (1817-1888), hat sie mit ihrer Mischtechnik aus Öl- und Aquarellfarben sowie Ölkreiden eine der umfangreichsten Bilderserien zu Szenen aus den Werken des Husumer Dichters geschaffen.
Ihre Bilder zeigten in Einzelausstellungen das Heimatmuseum Heiligenhafen (2009), das Künstlermuseum Kiel-Heikendorf (2011) sowie das Literaturmuseum Heiligenstadt in Thüringen (2011), wo Storm von 1856 bis 1864 als preußischer Kreisrichter tätig war. Zu sehen waren ihre Arbeiten auch während der Tagung der Husumer Storm-Gesellschaft (2012).

Die Ausstellung im Haus Peters ist die bisher umfangreichste Bilderschau der Künstlerin und umfasst auch ausgewählte Werke zu anderen deutschen Klassikern wie Johann Wolfgang v. Goethe (1749-1832) oder Thomas Mann (1875-1955).

Der Stempel des Unbehaglichen von Siri Pasina, Öl/Leinwand, 2010, 40 x 50 cm

Der Stempel des Unbehaglichen von Siri Pasina, Öl/Leinwand, 2010, 40 x 50 cm

Letzterer war ein großer Bewunderer Theodor Storms, der seine Erzählkunst  „ein stimmungsvolles Versteckspiel im Nebel“ genannt hat, eine Definition, die auch gut zu den Werken Siri Pasinas passt: neben minutiöser Detailanalyse finden sich flächige, oft grell farbige, mal sacht sich auflösende Farbaufträge, und es besteht ein kaum verkennbarer Hang zu Unlogik und Widersinn, zu Mutwillen und Willkür, Stilbrüchen und subtilen Provokationen. Es sind Traumbilder, die auf spielerische Weise dem Betrachter einen neuen Zugang zu klassischen Werken der Literatur ermöglichen sollen.

(Text: Brigitta Seidel)

Die Eröffnungsrede zur Ausstellung vom 3.11.2012 von Dr. Katrin Schäfer können Sie sich hier herunterladen: SiriPasina-Eröffnungsrede

Der Dompfaff von Siri Pasina, Öl/Leinwand, 30 x 30 cm, 2010

Der Dompfaff von Siri Pasina, Öl/Leinwand, 30 x 30 cm, 2010

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