Haus Peters

Uwe Thomas Guschl im Haus Peters: “Häuser, Hütten, Scheunen, Ställe“

Uwe Thomas Guschl (*1945), der vor allem für seine schwungvolle, mit außergewöhnlicher Ausdruckskraft kombinierte Malerei bekannt ist, wird ab dem 8. Juli im Haus Peters mit der Ausstellung zu Gast sein.
Seine bevorzugte Technik ist die Ölmalerei, seine Bildthemen verarbeitet er vorzugsweise in Serien. Es sind norddeutsche und nordeuropäische Landschaften, Variationen ein und desselben Motivs, oft mit Gebäuden oder Formationen, die den Blick des Betrachters anziehen, sich aber gleichzeitig harmonisch in das Bild einfügen. Die Wiedergabe seiner Motive ist stark verdichtet und abstrahiert. So, als würde er die Essenz der Dinge auf die Leinwand bannen. Früher malte er bevorzugt die reine Landschaft, heute steht das Objekt im Vordergrund, die Landschaft bleibt nur angedeutet, aber dennoch präsent.

In Guschls Bildern sind nie Menschen zu sehen, aber dennoch spürt man, dass seine Häuser und Hütten bewohnt sind oder dass Mensch und Tier ihre Spuren hinterlassen haben. „Oft sind Behausungen auch Spiegelbilder menschlicher Beziehungen“, so der Künstler.

Häuser, Hütte, Scheunen, Ställe – das sind alles sind nicht nur Behausungen, sondern sie spenden auch Schutz, sie zähmen quasi die zeitlose Natur, sie sind Symbole einer Suche nach Heimat. „Ich erzähle keine Geschichten, aber es finden Geschichten in meinen Bildern statt“ – und diese Geschichten zu entdecken, ist Aufgabe des Betrachters: So entsteht eine ständige Zwiesprache zwischen ihm und dem Künstler.

Seine malerische Handschrift ist kraftvoll, impulsiv, emotional, mit raschen Pinselstrichen bringt er seine Sujets auf die Leinwand. Mal greift er zu kräftigen Farbtönen, mal spielt er mit Farbnuancen, die fast Ton in Ton daherkommen. Das Bild entsteht während des Malprozesses, wobei Guschl so gut wie nie korrigiert. Lieber belässt er es bei informellem Farbmustern oder skizzenhafter Spontaneität, als dass er Gefahr läuft, ins allzu Naturalistische abzugleiten. Die Wiedergabe von Atmosphäre, Licht, Witterung und Oberflächenstrukturen ist ihm wichtiger. Seine Werke sind nicht seelenloses Abbild, sondern sie sind das pure Leben.

Uwe Thomas Guschl wurde 1945 in Sterup Dingholz, im Kreis Schleswig-Flensburg geboren und studierte von 1972 bis 1977 an der Fachhochschule Hamburg die Fachrichtung Gestaltung. Seit Abschluss des Studiums ist er als Maler und Grafiker tätig und lebt heute in Flensburg, wo er auch sein Atelier betreibt.

Öffnungszeiten während der Ausstellung: Di.-So.: 11-18 Uhr.

Ausstellungsdauer: 8.7. – 24.9.2017

Eröffnung: 8.7, 15 Uhr. Eröffnungsredner: Rüdiger Otto von Brocken

 

Weitere Veranstaltungen im Ausstellungszeitraum:

12./13.8.: Buntes Sommerwochenende mit Kunsthandwerkermarkt

10.9., 15 Uhr: Tag des offenen Denkmals: Künstlergespräch und Einblicke ins Atelierleben mit Uwe Thomas Guschl

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Tipp: An- und Abreise nach Tetenbüll ist auch mit dem RufBUS-Mittleres Eiderstedt möglich.
Spätestens zwei Stunden vor Abfahrt  unter der Nummer 04862-1000 788 (zum Festnetztaruf) oder unter 0171-1205655 (für WhatsApp und SMS) anrufen und den RufBUS an die Wunschhaltestelle bestellen.



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Erhard Göttlicher zum 70. Geburtstag: Bilder aus dem prallen Leben

Die erste Ausstellung der Saison 2016 im Tetenbüller Haus Peters, die zudem das Jubiläumsjahr „25 Jahre Förderverein Haus Peters“ einläutet, ist dem Künstler Erhard Göttlicher gewidmet. Er präsentiert dort vom 12.3 bis zum 5.6. „Bilder aus dem prallen Leben“ – ein Blick auf sein bisheriges Werk, vermischt mit aktuellen Arbeiten.

Göttlicher (*1946) hat sich dem „Realismus der Gegenwart“ und ganz besonders einem „kritischen Realismus“ verschrieben. Der österreichisch-deutsche Grafiker, Maler, Illustrator und Kunstprofessor, der in Graz geboren wurde, lebt heute in seiner Wahlheimat Uetersen. Seit 1991 nimmt er an auch Symposien der Norddeutschen Realisten teil und ist seit 1999 Mitglied im Künstlersonderbund in Deutschland, einem Zusammenschluss von Künstlern, die in ihrer Arbeit verschiedene Tendenzen des Realismus ausloten. Die Liste seiner Ausstellungen, Stipendien und Auszeichnungen ist lang und international.

Zum 70. Geburtstag des Künstlers zeigt das Haus Peters eine retrospektive Auswahl aus dem Zeitraum 1995-2015: Portraits, Akte, Landschaften, Werften, Kirchen, Venedig-Motive, Illustrationen sowie druckgrafische Werke zum Holocaust.

Göttlichers Motivwelt ist vielfältig, aber keineswegs beliebig. Mit präzisem und unbestechlichem Blick erfasst er die Welt auch hinter ihrem schönen Schein. Dabei scheut er weder vor dem scheinbar Hässlichen noch vor dem Unscheinbaren zurück. Das sind Themen wie die Frage nach der Macht und wer sie ausübt, dem menschlichen Umgang miteinander, Folter und Tod. Themen, die aufwühlen. Er ist einer, der die Welt – aber auch sich selbst – immer wieder reflektiert, vor offener Kritik nicht Halt macht, aber genauso auch mal mit seinen Arbeiten den Betrachter amüsiert und ironisch anspricht. Das „pralle Leben“ ist überall, man muss es nur entdecken und aufdecken. Und er erlaubt dem Betrachter so den unverstellten Blick auf das, was man gerne übersieht oder lieber verdrängt. Kunst muss auch unbequem und provokant sein. „Meine Bilder sollen auf Missstände aufmerksam machen, den Blick dafür schärfen, also auch provozieren, um so hoffentlich etwas an den beklagenswerten Zuständen zu ändern“, so der Künstler über seine Intention.

So unterschiedlich seine Themen und Motive auch sind, Erhard Göttlichers Stil bleibt unverwechselbar, unabhängig davon, ob er mit Acryl, Pastell oder Bleistift oder druckgrafischen Techniken arbeitet. Typisch ist die Einnahme einer oft ungewöhnlichen Perspektive, eine individuelle Wahl der Motivausschnitte sowie die Fokussierung auf spezielle Details, was die Reduktion auf das Wesentliche der Bildinhalte unterstützt.

Erhard Göttlicher studierte von 1967 bis 1971 Kunst an der Werkkunstschule Wiesbaden, Industriskole Kopenhagen und Werkkunstschule Bielefeld. Von 1971 bis 1974 besuchte er die Hochschule für Bildende Künste Hamburg bei Kurt Kranz und Alfred Hrdlicka. 1975 wurde er Dozent für Akt- und figürliches Zeichnen an der Fachhochschule Hamburg, Fachbereich Gestaltung. Nach Stipendien der Villa Massimo und Casa Baldi in Rom (1978/1979) wurde er 1980 zum Professor ernannt. Das Land Schleswig-Holstein gewährte ihm 1981 ein Reisestipendium für Kuba. Dort war er Gast des Kubanischen Kulturministeriums. 1984 wurde er zum Professor für „Medienillustration“ ernannt. Von 1987 bis 1993 war er Künstlerischer Direktor der Internationalen Akademie für Kunst und Gestaltung „Pentiment“ in Hamburg.

Erhard Göttlichers Werke wurden in mehr als 170 Einzelausstellungen gezeigt. Er war zudem an annähernd 500 Ausstellungen in 39 Ländern beteiligt. Seine Werke sind dauerhaft in über 30 nationalen und internationalen Museen vertreten.

Eröffnung: 12.3., 15 Uhr, Einführung: Dr. Thomas Gädeke, Schloss Gottorf.

Dauer der Ausstellung: 12.3. bis 5.6.2016

Weitere Termine im Ausstellungszeitraum:
22.5., 15 Uhr: Internationaler Museumstag: Künstlergespräch mit Erhard Göttlicher.

Öffnungszeiten:

März-Mai: Di.-So.: 14-18 Uhr  -  Juni – September: Di.-So.: 11-18 Uhr

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Sommerausstellung im Haus Peters in Tetenbüll: Susanne Wind zeigt „Nordseeluft“

Ab dem 11. Juli zeigt das Haus Peters eine neue Ausstellung, die sich thematisch besonders gut in die Sommerzeit einfügt. Zu Gast ist die Malerin Susanne Wind mit neuen Arbeiten unter dem Motto „Nordseeluft“.

Salzige Luft zum Atmen, frischer Wind in den Haaren, Wellenrauschen im Ohr und unbegrenzter Horizont vor den Augen – das sind Impressionen der der norddeutschen Küstenlandschaft, die alle Sinne ansprechen. Die Hamburger Künstlerin Susanne Wind spürt diesem Phänomen in ihren aktuellen Arbeiten nach.

Als Malerin ist die Nordseeküste für mich eine unendliche Quelle von Stimmungen, die ich einfange. Wasser, Himmel und Strand gehören dazu, wie auch alltägliche Szenen der Küstenbewohner, der Straßen und Dörfer. Zu allen Jahreszeiten habe ich Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm, Fanø und Eiderstedt erlebt und fotografiert, um jetzt davon zu malen.“ So beschreibt die Künstlerin ihre Intention zu Malen; das Leben immer wieder neu erfinden, indem man es auf die Leinwand bannt. Dem Betrachter eine Pause im Alltag ermöglichen, ein Eintauchen in die raue und doch so eindrückliche Landschaft der Küste.

Susanne Wind: take off, 2015

Nach dem Studium der Malerei in Hamburg malte Susanne Wind viele Jahre pleinair – auf Mallorca, in Dänemark und in Norddeutschland. Erst mit ihrer Übersiedelung in die USA, nach Pennsylvania, zog sie ins Atelier. Seit 2003 lebt die gebürtige Hamburgerin wieder in ihrer Heimatstadt. Ihre Malerei gründet auf dem, was sie in der Freilichtmalerei gelernt hat: Ihre Motive sind nicht arrangiert, sondern werden von der Künstlerin immer wieder neu in der Natur entdeckt.

Susannen Wind: Inselgarten, 2015

Die realistische Malweise bleibt dabei immer ihr künstlerischer Hintergrund. Heute zieht sie nicht mehr mit dem Skizzenblock umher, um ihre Motive zu finden, sondern mit der Kamera. Einzigartige, flüchtige Momente, erfüllt von tageszeitabhängigen Lichtstimmungen werden so von ihr eingefangen und dienen dann als Vorlage für ihre Gemälde. Oft scheinen es – auf den ersten Blick – alltägliche Motive zu sein; doch bei genauer Betrachtung merkt man, dass es Susanne Wind gelingt, ganz besondere Momente einzufangen: flüchtige Augenblicke, Blickwinkel, die nur das Künstlerauge sieht, weil das „normale“ Auge sie gerne übersieht.

 

Susanne Wind: Wellenbad, 2014


Im Atelier mischt sie aus Farbpigmenten, Leinöl, Terpentin, Harz und Ei die Farben an und bringt ihre Motive in fast altmeisterlicher Technik auf die Leinwand. Durch eigens entwickelte Pinselstrich- und Lasurtechniken wird aus dem erstarrten Kameramotiv schließlich ein atmosphärisch-dichtes Gemälde.

Ausstellungsdauer: 11. Juli – 4.10.2015.

Eröffnung: 11.7., 15 Uhr. Einführung: Dr. Katrin Schäfer, Eröffnung: Wolfgang Jansen.

Weitere Termine im Ausstellungszeitraum:

1./2.8., jeweils 11-20 Uhr: Buntes Sommerwochenende mit Kunsthandwerk, Musik und Puppenspiel.

1.9., 19 Uhr:Lesung und Gesang mit dem Eiderstedter Landfrauen-Trio – im Zusammenarbeit mit der Kultursaison Eiderstedt

13.9. ,15 Uhr: Tag des offenen Denkmals mit Susanne Wind: Künstlergespräch

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Jens Rusch: Stelzkühe, Wattspinner und Vogelmenschen

 

Die Sommerausstellung im Haus Peters im Eiderstedter Tetenbüll ist dem Dithmarscher Künstler Jens Rusch gewidmet. Sie schließt die Reihe von Ausstellungen mit Norddeutschen Realisten ab, die im Jahr 2000 mit Frauke Gloyer ihren Anfang nahm.
Jens Rusch Plakat Haus Peters
Jens Rusch (* 1950) ist seit rund 40 Jahren erfolgreich und ausschließlich als freischaffender Künstler tätig; seine Grafikserien, Illustrationen, Bilder und Exlibris sind weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannt. 
Die Ausstellung mit dem kryptischen Titel „Stelzkühe, Wattspinner und Vogelmenschen“ zeigt sich, wie der Künstler selbst, äußerst facettenreich: Neben meist kleinformatigen Gemälden werden Ausschnitte aus seinen Grafikzyklen wie z.B. Storms „Schimmelreiter“, Carl Orffs “Carmina Burana” oder Arno Schmidts “Schule der Atheisten” sowie einige surreale Radierungen gezeigt.

Tintenfische von Jens Rusch

Tintenfische von Jens Rusch

Rusch ist in erster Linie Realist – auch er nahm an Malsymposien der Norddeutschen Realisten teil -, aber wenn man genau hinsieht, bemerkt man seinen latenten Hang zur Surrealität, der auf der Fähigkeit beruht, die verborgenen Seiten der Dinge zu entdecken und Doppeldeutigkeiten aufzudecken. Es ist die Liebe zu den kleinen Dingen, die Jens Rusch eigen ist; das Künstlerauge sieht, was anderen verborgen bleibt.

Diese Fähigkeit hat er sich in einer harten Schule erarbeitet. An seine Studienjahre im spanischen Altea bei Prof. Eberhard Schlotter hat er bisweilen traumatische Erinnerungen; Schlotter war es, der Rusch geradezu mit brachialer Strenge für einen detailgenauen unbestechlichen Blick auf die Realität sensibilisierte.

Mit geschärftem Blick und freiem Geist ist Jens Rusch von einer schier unerschöpflichen Kreativität erfüllt. Dabei sind die Ergebnisse dieses Schaffens stets fernab von Zeitgeist und jeglicher Kunstströmung; wir lernen hier einen Künstler kennen, der mit akribisch geschultem Handwerk seinen eigenen Weg geht.

Venusmuschel und Glycerin von Jens Rusch

Venusmuschel und Glycerin von Jens Rusch

Rusch ist ein äußerst vielschichtiger Künstler – keine Technik ist ihm fremd, kein Thema zu gewagt, kein kulturelles Neuland, das er nicht engagiert beschreitet. Er ist kein Künstler, der es dem Betrachter zu einfach macht. Was auf den ersten Blick gefällig wirkt, entpuppt sich auf den zweiten Blick oft als unbequeme Wahrheit. 
Mit den „Stelzkühen, Wattspinnern und Vogelmenschen“ als Ausstellungsschwerpunkt präsentiert der „Dalí vom Elbdeich“, wie ihn eine große deutsche Tageszeitung nannte, nun seinen neuesten Parcour durch künstlerische Themen und Motive, die auch diesmal wieder genug Stoff für Diskussionen und Reflexionen bieten werden.

Murmelkarton von Jens Rusch

Murmelkarton von Jens Rusch

Ausstellungseröffnung: 20.7.2013, 15 Uhr. Es sprechen: Joachim Rotermund und der Bürgermeister von Tetenbüll
Musikalische Begleitung: Olaf Plotz, Multipercussionist
Ausstellungsdauer: bis 27.10.2013
Weitere Termine: 8.9.: Tag des Offenen Denkmals: Geschichten aus dem Kolonialwarenladen mit Irmela Mukurarinda

6.10., 15 Uhr: Visueller Beamer-Workshop mit dem Künstler Jens Rusch

 

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