Haus Peters

Meike Lipps expressiver Realismus trifft auf Plakate von Horst Janssen – ab 6.7.

Kultursommer im Haus Peters:

Ab Anfang Juli startet das Haus Peters in seinen Kultursommer. In einer Doppelausstellung begegnen sich die Hamburger Malerin Meike Lipp (*1955), die aktuelle Bilder unter dem Ausstellungsmotto „Von der Elbe ans Meer“ zeigt, und eine Auswahl aus Horst Janssens Plakatkunst.

Meike Lipp vertritt einen Stil, den man mit expressivem Realismus umschreiben könnte. In ihrer Malerei bleibt Meike Lipp der realen Welt als Vorbild zwar treu, das heißt, man erkennt die Motive, z.B. eine Gegend oder eine Stadt durchaus wieder, aber sie nähert sich nicht der Nachahmungswelt des klassischen Realismus. Vielmehr verfremdet sie die Außenwelt durch den Einsatz leuchtender Farben, die sie frei und fernab jedes Vorbildes über ihre Leinwand tanzen lässt. Ihre unverwechselbare Interpretation der Realwelt durch ihre „tanzenden Farben“ machen ihre Bilder so lebendig und gewissermaßen voller Sinnlichkeit, denn bei intensiver Betrachtung öffnen sich die Sinne, man nimmt nicht nur das Motiv wahr, sondern spürt die Entstehungssituation: Wind, Gerüche, Rauschen der Bäume, das Plätschern des Wassers. Und selbst leblose Objekte wie in Stillleben erwachen durch ihre dynamische Farbkomposition zum Leben. Lipp lebt ihre malerische Kraft am liebsten in der „plen air-Malerei“ aus, also im direkten Kontakt mit ihren Motiven.

Meike Lipp studierte ab 1977 zunächst an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg, bis 1981 an der der HfBK in Hamburg, als Schülerin von Gisela Bührmann, Kai Sudeck, Werner Bunz und Harald Duwe. Es schloss sich von 1982-83 ein Studium an der Rijksakademie Amsterdam an. Seit 1983 ist sie freischaffende Malerin. Sie war in unzähligen Ausstellungen präsent und unternahm Mal- und Studienreisen, unter anderem nach Südafrika oder Odessa. Meike Lipp nahm auch an Malsymposien der Norddeutschen Realisten teil, hat zum Beispiel mit Tobias Duwe die Flensburger Förde porträtiert und war in diesem Juni erst für einige Tage mit der Gruppe in Warschau.

Zum 90. Geburtstag des Grafikers Horst Janssen zeigt das Haus Peters außerdem einen Querschnitt seiner Plakatkunst und bieten eine breite Auswahl an Plakaten zum Kauf an. Seit 1997 beherbergt das Haus Peters eine Dauerausstellung mit der „Eiderlandmappe“ Janssens, der Anfang der 1970er Jahre unweit von Tetenbüll im Witzworter „Flöhdorfer Haubarg“ mit seiner damaligen Lebensgefährtin Gesche Tietjens wohnte. Der Sommer ist jedoch ausschließlich seiner Plakatkunst gewidmet. Denn tatsächlich waren Ausstellungsplakate für Janssen weit mehr als nur Ankündigung, sondern vielmehr eigenständige Kunstobjekte, im Original gezeichnet oder gemalt, dann als Lithographie gedruckt.

Außerdem gibt es in diesem Sommer eine kleine Extra-Ausstellung: Seit rund 28 Jahren finden im Haus Peters Kunst- und Kulturausstellungen statt. Und viele Künstler spendeten dem Haus Peters großzügig Kunstwerke, auch mit dem Zweck, den Verkaufserlös dem Erhalt des historischen Kolonialwarenladens zukommen zu lassen. Aus Platzgründen können diese Bilder, die zum Verkauf stehen, nicht dauerhaft gezeigt werden. In der Sommersaison 2019 sind die Grafiken, Bilder und Fotografien im 1. Stock des Haus Peters ausgestellt, darunter befinden sich namhafte Künstler wie Otmar Alt, Horst Janssen, Ulf Petermann, Nikolaus Störtenbecker, Till Warwas, Jens Rusch, Ingrid M. Schmeck oder Gesche Tietjens.

Alles Bilder sind hier zu sehen: https://hauspeters.info/galerie-aktuelle-kunstangebote/

Ein Buntes Sommerwochenende mit Kunsthandwerk und Musik, ein musikalischer Nachmittag und eine Führung durch ihre Ausstellung mit Meike Lipp runden das Sommerprogramm ab.

 

Eröffnung: 6.7., 15 Uhr: Einführung in die Ausstellungen: Dr. Thomas Gädeke

Dauer der Ausstellungen: 6.7. – 29.9.

Meike Lipp (Malerei): „Von der Elbe ans Meer“ – Kabinettausstellung Horst-Janssen-Plakate (zum 90. Geb.) – Sonderausstellung im 1. Stock mit aktuellen Kunstangeboten
Öffnungszeiten: Juni bis September: Di.-So.: 11-18 Uhr.

 

Weitere Termine während des Kultursommers:

- Verkaufsausstellung im 1. Stock: Künstler der Galerie.

- 3./4.8.: Buntes Sommerwochenende im Haus und im Bauerngarten

Silberschmuck, Keramik, Gartenkeramik, Filzarbeiten, Mode, Altes Leinen, Schmuck, historisches Spinnen, Imkereiprodukte, Maritimes u.v.m. sowie Kunsthandwerk aus dem Haus Peters.

3.8., 14-17 Uhr: Vorträge der Wildkräuter-Expertin Marion Wick

Musik 4.8., ab 15 Uhr: Vilou – Tidelounge-Musik

- 11.8., 15 Uhr: Kaffee, Kuchen und anspruchsvolle und swingende Livemusik mit der Gruppe „Westcoast” (Keyboard, Saxofon, Gitarre und Gesang)

- 8.9., 15 Uhr: Tag des offenen Denkmals – Meike Lipp führt durch ihre Ausstellung und antwortet auf Fragen der Besucher

Horst Janssen zum 85. Geburtstag – ab 8. März im Haus Peters

Am 14. November wäre der Maler und Grafiker Horst Janssen 85 Jahre alt geworden (1929-1995). Das Haus Peters ehrt diesen exzentrischen und außergewöhnlichen Künstler mit einer Ausstellung, die einen eindrucksvollen Querschnitt seines grafischen Werkes zeigt. Neben Druckgrafiken wie Radierungen und Lithographien werden auch Originalzeichnungen und Beispiele seiner Plakatkunst zu sehen sein.

Horst Janssen zum 85. Geburtstag im Haus Peters, Tetenbüll

Im Jahr 1997 fand die erste Horst Janssen-Ausstellung im Haus Peters statt und im gleichen Jahr wurde im Giebelzimmer ein festes Horst-Janssen-Kabinett installiert, in dem als Dauerausstellung   die „Eiderlandmappe“ (1980), Radierungen aus der Witzworter Zeit, der Janssenhof (1977) sowie ein repräsentative Auswahl seiner Plakatkunst gezeigt werden.

Horst Janssen zum 85. Geburtstag im Haus Peters, Tetenbüll

Horst Janssen: Witzworter 3 Elegie. 1972

Die Verbundenheit mit Janssen hat einen sozusagen geografischen Grund: In der Nähe von Witzwort, im Flöhdorfer Weg 4, kaufte Horst Janssen zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin Gesche Tietjens, einen der Eiderstedter Haubarge. Als sie mit dem gemeinsamen Sohn Adam schwanger war, zog Gesche mit Mutter Johanna und Großmutter Granny für insgesamt 12 Jahre nach Witzwort. Janssen besuchte sie dort gelegentlich, blieb nach der Geburt des Sohnes Adam im April 1973 sogar etwas länger und kam auch in den nachfolgenden Jahren immer wieder gerne hierher an die Küste.
In der diesjährigen Grafikausstellung wird Horst Janssen möglichst facettenreich präsentiert: Selbstporträts, Landschaften, Illustrationen wechseln sich ab und lassen den Betrachter erahnen, dass hier ein Künstler am Werk war, der von seiner Arbeit besessen war und sich mit fast jedem Thema und Genre auseinandersetzte. Ein egomanisches Genie, das wie kaum ein anderer Künstler seine Spuren in der Kunstlandschaft hinterlassen hat: ungefähr 20000 Blätter existieren – Radierungen, Holzschnitte, Lithografien, Aquarelle, Zeichnungen -, dazu kommen weit über 100 Bücher.

Horst Janssen zum 85. Geburtstag im Haus Peters, Tetenbüll

Horst Janssen: Zu Angeber X. 1983

Ausstellungseröffnung: 8. März, 15 Uhr.

Es sprechen: Angelika Gerlach, Leiterin der Horst-Janssen-Bibliothek, und Wolfgang Jansen, Vorsitzender Förderverein Haus Peters e.V.
Ausstellungsdauer: bis 27. April 2014

Öffnungszeiten:
Di. – So.: 14 – 18 Uhr
Feiertage geöffnet außer Karfreitag.
Eintritt frei / Gruppen und Führungen n.V. (1,50 € pro Person)