Haus Peters

Tag des offenen Denkmals im Haus Peters: Künstlerbegegnung mit Meike Lipp

Am 8.9., dem Tag des offenen Denkmals, ist Meike Lipp zu Gast im Haus Peters aus Anlass ihrer aktuellen Ausstellung „Von der Elbe ans Meer“. Sie führt durch ihre Ausstellung und beantwortet Fragen zu ihrer Kunst und den Bildern.

In ihrer Malerei bleibt Meike Lipp der realen Welt als Vorbild zwar treu, das heißt, man erkennt die Motive, z.B. eine Gegend oder eine Stadt durchaus wieder, aber sie nähert sich nicht der Nachahmungswelt des klassischen Realismus. Vielmehr verfremdet sie die Außenwelt durch den Einsatz leuchtender Farben, die sie frei und fernab jedes Vorbildes über ihre Leinwand tanzen lässt. Ihre unverwechselbare Interpretation der Realwelt durch ihre „tanzenden Farben“ machen ihre Bilder so lebendig und gewissermaßen voller Sinnlichkeit, denn bei intensiver Betrachtung öffnen sich die Sinne, man nimmt nicht nur das Motiv wahr, sondern spürt die Entstehungssituation: Wind, Gerüche, Rauschen der Bäume, das Plätschern des Wassers. Und selbst leblose Objekte wie in Stillleben erwachen durch ihre dynamische Farbkomposition zum Leben. Lipp lebt ihre malerische Kraft am liebsten in der „plein air-Malerei“ aus, also im direkten Kontakt mit ihren Motiven.
Die Landschaftsbilder der Ausstellung sind neuere Arbeiten aus den Jahren 2018/19 und zeigen Motive der Elbe, der Westküste bis hinauf nach Flensburg.

Meike Lipp studierte ab 1977 zunächst an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg, bis 1981 an der der HfBK in Hamburg, unter anderem als Schülerin von Harald Duwe und Gisela Bührmann, die übrigens selbst gut mit Horst Janssen befreundet war. Es schloss sich von 1982-83 ein Studium an der Rijksakademie Amsterdam an. Seit 1983 ist sie freischaffende Malerin. Sie war in unzähligen Ausstellungen präsent und unternahm Mal- und Studienreisen, unter anderem nach Südafrika oder Odessa. Meike Lipp nahm auch an Malsymposien der Norddeutschen Realisten teil, hat zum Beispiel mit Tobias Duwe die Flensburger Förde porträtiert und war in diesem Juni erst für einige Tage mit der Gruppe in Warschau unterwegs.

Haus Peters, Dörpstraat 16, 25882 Tetenbüll, 04862/681, https://hauspeters.info/

 8.9., 15 Uhr: Tag des offenen Denkmals – Meike Lipp führt durch ihre Ausstellung und antwortet auf Fragen der Besucher

 

Tag des offenen Denkmals mit Torsten Richter

Am Tag des offenen Denkmals (9.9.) gibt Torsten Richter, der gerade mit der Ausstellung „Neuland/Hinterland“ seine fotografischen Arbeiten im Haus Peters zeigt, ab 15 Uhr einen Einblick in seine fotografischen Techniken. Er verrät, wie seine Fotos mit malerischen Elementen entstehen und wie er zu der einmaligen Technik gefunden hat.

Die Ausstellung “NEULAND/HINTERLAND” zeigt fotografische Arbeiten des Brunsbütteler Fotokünstlers Torsten Richter. Thematisch steht hier das beobachtende Leben vor und hinterm Deich im Vordergrund, unter Vermeidung der zu erwartenden Postkartenidylle und unter Zuhilfenahme diverser grafischer und fototechnischer Mischtechniken.

Die Bilder entwickeln hierbei eine elementare Eigenständigkeit, die ihren Ursprung nicht verhehlt, und gleichzeitig eine Tür öffnen, die einen universellen Zugang ermöglicht. So entstehen teils klassische Motive in völlig neuen Intensitäten, während auf der anderen Seite besonders der Verzicht auf das Offensichtliche den Betrachter in eine abstrahierte Wahrnehmung mitnimmt, und so den Blick nach innen lenkt.

“Neuland“ ist nicht nur eine geographische Landmarke, sondern vor allem ein psychologischer Startpunkt einer subjektiven Wahrnehmung. Bekanntlich ist es zunehmend schwierig, auf einer Landkarte noch weiße Flecken zu entdecken. Deswegen geht es weniger darum, WAS man sieht, sondern vielmehr darum WIE man das Gesehene interpretiert. Der Brunsbütteler Fotokünstler Torsten Richter hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Land hinterm Deich (und dem Treiben vor dem Deich) einige neue und ungewöhnliche Eindrücke abzutrotzen.

Mit Hilfe der Fotografie und verschiedenster Mal- und Mixed-Media-Techniken wird hierbei nicht einfach die Realität in bekannter Form abgebildet, sondern Bild und Betrachter in eine Position versetzt, die in einem hohen Maße subjektiv bleibt.”

Am Tag des offenen Denkmals gibt er Einblicke in seine Technik und beantwortet Fragen der Besucher.

Parallel läuft natürlich auch weiterhin die Hauptausstellung von Hartmut R. Berlinicke „Windige Geschichten“ (Retrospektive).

10.9.: Tag des offenen Denkmals mit Uwe Thomas Guschl

Uwe Thomas Guschl (*1945), der vor allem für seine schwungvolle, mit außergewöhnlicher Ausdruckskraft kombinierte Malerei bekannt ist, ist noch bis zum 24. September mit seiner Ausstellung “Häuser, Hütten, Scheunen, Ställe“ im Haus Peters zu Gast.

Am 10.9., dem „Tag des offenen Denkmals“, wird er ab 15 Uhr durch seine Ausstellung führen und Fragen der Besucher zu seinen Bildern und seiner Technik beantworten. Im Dialog mit den Besuchern wird er Einblicke ins Atelierleben geben und sozusagen kleine Geheimnisse rund um sein Schaffen lüften.

Seine bevorzugte Technik ist die Ölmalerei, seine Bildthemen verarbeitet er vorzugsweise in Serien. Es sind norddeutsche und nordeuropäische Landschaften, Variationen ein und desselben Motivs, oft mit Gebäuden oder Formationen, die den Blick des Betrachters anziehen, sich aber gleichzeitig harmonisch in das Bild einfügen. Die Wiedergabe seiner Motive ist stark verdichtet und abstrahiert. So, als würde er die Essenz der Dinge auf die Leinwand bannen. Früher malte er bevorzugt die reine Landschaft, heute steht das Objekt im Vordergrund, die Landschaft bleibt nur angedeutet, aber dennoch präsent.

In Guschls Bildern sind nie Menschen zu sehen, aber dennoch spürt man, dass seine Häuser und Hütten bewohnt sind oder dass Mensch und Tier ihre Spuren hinterlassen haben. „Oft sind Behausungen auch Spiegelbilder menschlicher Beziehungen“, so der Künstler.

Häuser, Hütte, Scheunen, Ställe – das sind alles sind nicht nur Behausungen, sondern sie spenden auch Schutz, sie zähmen quasi die zeitlose Natur, sie sind Symbole einer Suche nach Heimat. „Ich erzähle keine Geschichten, aber es finden Geschichten in meinen Bildern statt“ – und diese Geschichten zu entdecken, ist Aufgabe des Betrachters: So entsteht eine ständige Zwiesprache zwischen ihm und dem Künstler.

Seine malerische Handschrift ist kraftvoll, impulsiv, emotional, mit raschen Pinselstrichen bringt er seine Sujets auf die Leinwand. Mal greift er zu kräftigen Farbtönen, mal spielt er mit Farbnuancen, die fast Ton in Ton daherkommen. Das Bild entsteht während des Malprozesses, wobei Guschl so gut wie nie korrigiert. Lieber belässt er es bei informellem Farbmustern oder skizzenhafter Spontaneität, als dass er Gefahr läuft, ins allzu Naturalistische abzugleiten. Die Wiedergabe von Atmosphäre, Licht, Witterung und Oberflächenstrukturen ist ihm wichtiger. Seine Werke sind nicht seelenloses Abbild, sondern sie sind das pure Leben.

 

10.9., 15 Uhr: Tag des offenen Denkmals: Künstlergespräch und Einblicke ins Atelierleben mit Uwe Thomas Guschl

Tag des offenen Denkmals am 11.9. mit Otto Beckmann

Otto Beckmann (*1945), der aktuell im Haus Peters seine Ausstellung „Sehzeichen“ zeigt, wird am 11. September, dem Tag des offenen Denkmals, durch seine Ausstellung führen und seine Radier-Techniken erklären.

Otto Beckmann ist bekannt als leidenschaftlicher Radierer. Immer wieder lotet er die Möglichkeiten dieser Technik aus, verletzt die Oberflächen seiner Druckplatten auf vielfältige Weise, zart oder brutal, mechanisch oder im Säurebad. Er bearbeitet Zink- oder Kupferplatten sowohl mit spitzer Nadel, als auch mit Bohrer und Winkelschleifer. Im Ergebnis finden sich feinste Linien und Grautöne wie auch harte Kontraste durch tiefe Ätzungen oder schartige Risslagen.
Wie er dabei technisch vorgeht, wird er an diesem Tag erläutern und auf Wunsch den Besuchern auch demonstrieren.

In der Ausstellung ist ein Querschnitt seiner Radierungen aus den letzten fünfzehn Jahren zu sehen. Vor der Natur oder dem Objekt gezeichnete Kaltnadel-Radierungen aus der hiesigen Landschaft, Farbradierungen und Radierungen mit eingewalzten Papieren und übermalte Radierungen mit Originalcharakter sowie figurative Arbeiten, die vornehmlich mit dem Winkelschleifer in die Druckplatten gerissen worden sind.

In seinen skizzenhaften Landschaftsporträts fängt er mit wenigen prägnanten Strichen die Charakteristika der norddeutschen Landschaft ein, einzelne identifizierbare Details wie eine Schleuse, ein Brückengeländer oder Häuser am Hafen ermöglichen sogar dem ortskundigen Betrachter eine exakte topografische Bestimmung. Die ausgewählten Motive erscheinen wie verdichtete Essenzen dieser Landschaft. Ihr zeitloser Charakter wird verstärkt durch den Standpunkt, den der Künstler beim Zeichnen einnahm: Aus erhöhter Position blickt er hinab und distanziert sich damit gleichsam wieder von der porträtierten Landschaft.

Wiederholungen gibt es in seiner Kunst nie; zwar lassen seine Arbeiten eine „typisch Beckmannsche“ Handschrift erkennen, aber dennoch ist er kein Künstler, der konsequent bei einem Stil oder einem Motiv verweilt. Wie Beckmann selbst sagt, ist es „die Lust am Machen“, die ihn stets mit neuen Techniken und neuen Themen experimentieren lässt.

 Ausstellungsdauer: 23.7.-9.10.2016

11.9., 15 Uhr: Tag des offenen Denkmals: Künstlergespräch mit Otto Beckmann

Öffnungszeiten: Di.-So.: 11-18 Uhr; ab Oktober: Di.-So.: 13-17 Uhr

Zum Vormerken: ab 22. Oktober: „25 Jahre Kunst und Kultur im Haus Peters“ – retrospektive Kunstschau mit 36 Künstler aus 25 Jahren und rund 50 Kunstwerken!

Tag des offenen Denkmals am 13.9. mit Susanne Wind

Noch bis zum 4. Oktober zeigt die Hamburger Künstlerin Susanne Wind ihre Ausstellung „Nordseeluft“ im Haus Peters. Am 13.9. zum Tag des offenen Denkmals, ist die Künstlerin wieder vor Ort. In einem Künstlergespräch beantwortet sie Fragen zu Technik und Motiven und gewährt Einblicke in ihr Schaffen. Auch die Besucher haben an diesem Tag Gelegenheit, Susanne Wind Fragen zu ihrer Arbeit und den ausgestellten Bildern zu stellen.

Als Malerin ist die Nordseeküste für mich eine unendliche Quelle von Stimmungen, die ich einfange. Wasser, Himmel und Strand gehören dazu, wie auch alltägliche Szenen der Küstenbewohner, der Straßen und Dörfer. Zu allen Jahreszeiten habe ich Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm, Fanø und Eiderstedt erlebt und fotografiert, um jetzt davon zu malen.“

Susannen Wind: Inselgarten, 2015

Susanne Wind ist dabei immer eine stille Beobachterin – ihr Blick bedrängt nicht die Objekte, die sie darstellt, auch wenn es Menschen oder Kinder sind – sie ist nie voyeuristisch. Sie beobachtet, schaut zu, aber sie bewertet nicht – und ebenso ergeht es dem Betrachter der Bilder: Er schlüpft selbst in die Rolle der Malerin, sieht plötzlich mit dem Künstlerauge – neutral, nicht wertend, sondern abwartend und still beobachtend – und wird so zum stillen Genießer einmaliger Momente, die direkt aus dem Leben gegriffen sind.

Susanne Wind: take off, 2015

Ihre Malerei gründet auf dem, was sie in der Freilichtmalerei gelernt hat: Ihre Motive sind nicht arrangiert, sondern werden von der Künstlerin immer wieder neu in der Natur entdeckt. Die realistische Malweise bleibt dabei immer ihr künstlerischer Hintergrund, auch wenn in Lichtreflexionen, Lichtflecken auf Wiesen oder Wegen durchaus auch ein impressionistischer Stil hindurch scheint. Da sieht man Lichtspiele auf Autos oder Fenstern, in Blättern und Gras spielt nicht nur der Wind, sondern auch die Sonne, der Wechsel von Schattenwurf und Lichteinfall lässt die Bilder lebendig wirken – eben so, als stünde man gerade selbst an dieser Stelle. Realismus, Impressionismus? Diese Kategorisierungen sind obsolet: Susanne Winds Stil entzieht sich einer eindeutigen Einordnung. Und das ist auch gut so. Denn der Betrachter soll nicht darüber sinnieren, welchem Stil die Bilder zuzuordnen sind, sondern soll selbst in die Bildwelten eintauchen.

13.9. ,15 Uhr: Tag des offenen Denkmals mit Susanne Wind: Künstlergespräch

14.9.: Tag des offenen Denkmals im Haus Peters

Am 14. September, dem Tag des offenen Denkmals, ist das Künstlerpaar Lothar Seruset und Anna Arnskötter erneut zu Gast im Haus Peters. Unter dem mehrdeutigen Titel „Wechselgesang“ zeigen beide Grafiken und Skulpturen noch bis zum 19. Oktober in den Ausstellungsräumen des Haus Peters. Ab 14 Uhr führen sie Interessierte durch die Ausstellung und beantworten Fragen zu ihrer künstlerischen Arbeit. Das Motto des Denkmalstags ist in diesem Jahr „Farbe“ – und natürlich geht es in der künstlerischen Ausdruckswelt der beiden Künstler auch um das Spiel mit Farbe und der Wirkung, die diese auf den Betrachter hat.

Lothar Seruset hat seine Kunstwerke sehr treffend charakterisiert: „Der Versuch des Menschen, sich in seiner Mitte zu halten – und das in einer Welt, die manchmal auf dem Kopf steht“. Man könnte auch sagen: in einer kopflosen Welt, in der alles aus den Fugen geraten ist. Die figürliche Darstellung war und ist sein bevorzugtes Thema, sowohl in seinen grafischen als auch seinen plastischen Arbeiten; immer wieder versucht er den Standort des Menschen in dessen eigenem Leben auszuloten. Im Bereich Bildhauerei bevorzugt er als Material Holz.

Anna Arnskötter, Bildhauerin und Grafikerin, stammt aus Greven in Westfalen und lebt zusammen mit Lothar Seruset im ländlichen Brandenburgischen. Ihre Skulpturen sind stark architektonisch geprägt, symbolisieren Häuser, Orte und bestimmte Stätten, die auf geheimnisvolle Art mythologisch oder bisweilen mystisch aufgeladen sind. Die Plastiken besitzen für den Betrachter einen gewissen Wiedererkennungswert; Assoziationen werden wach – die Arche Noah, der Turm zu Babel, der Elfenbeinturm, Himmelsleitern, Behausungen archaischer Kulturen. Aber es sind nicht reale Nachbauten, sondern universelle Chiffren, die sich weder auf eine Epoche noch auf eine bestimmte Kultur festlegen lassen.

14.9., 14 Uhr.

8. September: Geschichten aus dem Kolonialwarenladen

Tag des Offenen Denkmals im Haus Peters

 

Am 8. September ist „Tag des Offenen Denkmals“ und auch das Kulturdenkmal „Haus Peters“ in Tetenbüll hat sich für diesen Tag ein besonderes Programm einfallen lassen.
Passend zur historischen Kolonialwarenladeneinrichtung von 1820 wird die Autorin Irmela Mukurarinda „Geschichten aus dem Kolonialwarenladen“ lesen und die Zuhörer so in die Zeit von „anno dazumal“ versetzen. Die Lesungen finden jeweils um 13.00 Uhr, 15.00 Uhr und 17.00 Uhr statt.

 

Die Geschichte, die um 13 Uhr erzählt wird, spielt in den fünfziger Jahren in der DDR; sie beginnt in einem Kramladen und bringt schließlich ein ganzes Dorf zum Singen.

 

Um 15 Uhr geht es um ein alles überragendes und übertönendes Denkmal – eine alte Dorfkirche.

 

Und um 17 Uhr liest Mukurarinda eine heitere und zugleich nachdenklich stimmende Geschichte vor, die sich auch in Tetenbüll ereignet haben könnte.

Kolonialwarenladen, Haus Peters, Tetenbüll

 

Die Autorin wurde 1949 in Zwickau geboren, verbrachte ihre Kindheit in Sachsen und Brandenburg. Sie studierte Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin (Ost) und wechselte nach einem fast sechsjährigen Ausreisekampf 1976 vom Ostteil Berlins in den Westteil der Stadt. Sie arbeitete als Pastorin in West-Berlin, Österreich und Brandenburg. Heute lebt sie als freie Autorin in Nordfriesland und hat bereits einen Roman sowie eine Reihe von Geschichten veröffentlicht.

 

Noch bis zum 27. Oktober läuft außerdem im Haus Peters die Ausstellung „Stelzkühe, Wattspinner und Vogelmenschen“ des Dithmarscher Künstlers Jens Rusch, der seit rund 40 Jahren erfolgreich und ausschließlich als freischaffender Künstler tätig ist.