Haus Peters

Kulturherbst im Haus Peters

Aktuell läuft die Doppelausstellung mit Bildern des „impressionistischen“ Realisten André Krigar, der Arbeiten zeigt, die alle in Plein-air-Technik entstanden sind, und mit norddeutschen Naturmotiven des Fotografen Jan Goedelt (noch bis 29.2.2020).

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Im ersten Stock ist zusätzlich eine kleine Extra-Ausstellung zu sehen: Seit rund 28 Jahren finden im Haus Peters Kunst- und Kulturausstellungen statt. Und viele Künstler spendeten dem Haus Peters großzügig Kunstwerke, auch mit dem Zweck, den Verkaufserlös dem Erhalt des historischen Kolonialwarenladens zukommen zu lassen. Aus Platzgründen können diese Bilder nicht dauerhaft gezeigt werden, sind jetzt aber noch in einer Auswahl ebenfalls bis Ende Februar 2020 zu sehen. Darunter befinden sich namhafte Künstler wie Otmar Alt, Horst Janssen, Nikolaus Störtenbecker, Till Warwas oder Gesche Tietjens. Zudem hat das Haus Peters vor Kurzem eine Spende von Frau Heike Gickeleiter erhalten, die sich aus privaten Gründen von Teilen ihrer umfangreichen Kunstsammlung trennen musste. So hat sie dem Haus Peters u.a. frühe Grafiken von Wolfgang Werkmeister oder Diether Kressel sowie einen Lithographiezyklus von Fritz Kronenberg geschenkt.

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Am 30.11. (ab 15 Uhr) gibt Jan Goedelt Einblicke in seine fotografische Arbeit und antwortet auf Fragen der Besucher. Dazu lädt das Haus Peters auch zu adventlichem Gebäck mit Tee und Kaffee ein.

Jan Goedelt hat sich ganz auf die Naturfotografie spezialisiert. An seine Motive geht er durchaus mit wissenschaftlichem Interesse heran, besonders die Ornithologie hat es ihm angetan. Aber neben Studien von Vögeln finden sich auch Reptilien, Krabbeltiere, Wildtiere, Pflanzen und Landschaften vor seiner Linse wieder. Seine Motive sucht sich Jan Goedelt hauptsächlich in den frühen Morgen- und den späteren Abendstunden in Norddeutschland, bevorzugt in Schleswig-Holstein. Entweder geht er aktiv auf die Fotopirsch oder er sitzt gut getarnt in einem Zelt, um auf eine ansprechende, fotogene Szene zu warten. Ebenso gern liegt er still und getarnt im Watt oder am Strand von Nord- und Ostsee und hofft z.B. auf Vögel in Aktion. Mit seinem Makro-Objektiv geht Jan Goedelt bevorzugt auf Motivsuche unter Schmetterlingen und Libellen. Er hält auch Vorträge zur Vogelfotografie und veröffentlicht seit rund zwanzig Jahren bebilderte, hauptsächlich vogel- und naturkundliche Beiträge in verschiedenen Zeitschriften sowie Fotos in Fachbüchern, Kalendern und Ausstellungen. Im Vordergrund der aktuellen Ausstellung stehen eindrucksvolle Situationen und Porträts, entstanden in der norddeutschen Natur, teilweise kombiniert mit attraktiven Lichtstimmungen.

„Querbeet“ von Nikolaus Störtenbecker – Jubiläumsausstellung des Norddeutschen Realisten im Haus Peters

Ab dem 17.10. ist der Künstler Nikolaus Störtenbecker mit der Ausstellung „Querbeet“ zu Gast. Zum 75. Geburtstag des Begründers der norddeutschen Realisten zeigt das Haus Peters einen Querschnitt seines Werkes. Der Ausstellungstitel „Querbeet“ ist dabei doppeldeutig zu verstehen: Es ist sowohl ein Streifzug durch das Lebenswerk des Künstlers als auch ein gärtnerischer Ausflug mit Rosen- und Blumenbildern sowie Gartenszenen.

Störtenbecker Querbeet

Nikolaus Störtenbecker (*1940) ist so etwas wie der Ziehvater der jüngeren Generation der „Norddeutschen Realisten“, die sich längst als eine Art Markenzeichen der Schleswig-Holsteinischen Kunstszene etabliert haben. 1965 war Störtenbecker Mitbegründer der Künstlergruppe ZEBRA, die sich vom damals herrschenden Informel abwandte und einen neuen Realismus in der Kunst forderte; in den späten 70er Jahren gab es eine weitere Zensur im künstlerischen Schaffen Störtenbeckers, nämlich die konsequente Rückkehr zum Naturalismus, die Rückkehr zur Plenair-Malerei, gleichsam eine Hommage an die Landschafts- und Genremalerei der norddeutschen Künstler des 19. Jahrhunderts.

Störtenbecker Raps, 2013

In der Ausstellung werden hauptsächlich Ölgemälde und Farbholzschnitte nach japanischer Art präsentiert. Stillleben, Interieurs und Porträts sind die Themen, aber vor allem auch die norddeutsche Landschaft und insbesondere die Gartenlandschaft direkt vor seiner Tür im heimischen Munkbrarup – Ruhepol und Inspiration zugleich für den Künstler, der in ihr das perfekte Zusammenspiel von Natur und Kunst sieht. Hier findet er die künstlerische Freiheit mit den zeitgenössischen Konventionen brechen zu können. Die Landschaftsmalerei verlangt nach Spontaneität, nur kurze Momente bleiben, um die jeweilige Stimmung auf die Leinwand zu bannen. Störtenbecker malt, was sich ihm anbietet: „Dinge, die von selber zu mir sprechen, kann ich am besten malen.“ Sie geben dem Auge quasi „geheime Zeichen“ und „drängen sich freundschaftlich auf“.

Störtenbecker blaue Lilien

So entstehen intime Naturansichten, die jedoch keine fotorealistischen Wiedergaben sind, sondern die Natur in eine eigene Formensprache übersetzen. Eine ausgeprägte Farbigkeit und eine fast schon abstrakte Bildkomposition relativieren den Vorwurf der Gefälligkeit, der ihm oft nach seiner Rückkehr zum reinen Naturalismus gemacht wurde.

Für Nikolaus Störtenbecker jedoch besteht das Wesen eines Kunstwerks darin, etwas zur Erscheinung zu bringen – und selbst wenn dies „nur“ schöner Schein ist, so ist auch das ein legitimes Anliegen.

Ohne Zweifel ist die Oberfläche die wahre Essenz, denn sie ist mit den Sinnen zu erfassen, und sie liegt im Atmen und Blühen des Lebendigen und in den Lichtern und Schatten, den Farben und Formen des Unbelebten“, formuliert es der Künstler selbst.

Ausstellungsdauer: 17.10.2015-28.2.2016

Eröffnung: 17.10., 15 Uhr. Einführung: Augustin M. Noffke, Künstlerkollege; Eröffnung: Wolfgang Jansen.

Weitere Termine im Ausstellungszeitraum:

30.10., 20 Uhr: Der Tourismusverein Tetenbüll präsentiert: „Haus Peters: Handel im Wandel – wie Kakao und Gewürze nach Tetenbüll kamen“.


Öffnungszeiten: Di.-So.: 13-17 Uhr