Haus Peters

Internationaler Museumstag im Haus Peters: „Einkaufen und leben wie anno dazumal“

Der Internationale Museumstag am 19. Mai steht in diesem Jahr unter dem Motto „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“.

Das Haus Peters als historischer Kolonialwarenladen bietet daher an diesem Tag die Möglichkeit, das Einkaufen und Leben von anno dazumal nachzuempfinden. Außer den ständigen Exponaten aus den Bereichen Kolonialwaren, Hökerei und Landleben wird der Ladenbereich noch mit zusätzlichen zeitgenössischen Archiv-Stücken dekoriert.

Um einen möglichst genauen zeithistorischen Kontext zu schaffen – der Kaufmannsladen Haus Peters wurde im Jahr 1820 eröffnet – tritt die Drelsdorfer Tanz- und Trachtengruppe auf. Die Mitglieder tragen Trachten aus der Zeit zwischen 1780 bis 1850. Die Männer- und Frauentrachten werden in ihrer Funktion erläutert, es wird gezeigt wie man z.B. das Schieddeck der Haube mit Tüllstickerei verziert, was die unterschiedlichen Hauben für Frauen, die Schultertücher und Schürzen bedeuten oder wie sich die typische Tracht des Mannes, der „Ackermann“, zusammensetzt.

Die Trachtengruppe wird auch historische Tänze vorführen – bei schönem Wetter im Bauerngarten – und sich einfach unter die Besucher mischen. Das Personal des Haus Peters wird an diesem Tag ebenfalls in Trachten auftreten. An der Kasse werden die Einkäufe ins traditionelle Anschreibebuch eingetragen und selbstverständlich wird nur in bar bezahlt.

Einkaufen und Leben im frühen 19. Jahrhundert wird so anschaulich erlebbar gemacht. Ein Mitmachtag für Groß und Klein.

In den Ausstellungsräumen läuft noch bis zum 23.6. die Doppelausstellung „Am Meer“ (Malerei von Ursula Schultz-Spenner und Fotografie von Wilfried Dunckel).

 

19. Mai, ab 15 Uhr.

„Kinderstube“ reist in die Vergangenheit – Tetenbüller Kinder besuchen das Haus Peters

Kinderstube, Haus Peters, Kindergarten, Ipsen

Eine Reise in die Vergangenheit unternahmen die Kinder der Tetenbüller Kinderstube in den letzten Wochen. Mit ihrer Erzieherin Elisabeth Ipsen erprobten sie spielerisch, wie das Leben der Menschen vor 100 Jahren aussah. Sie spielten alte Spiele, versuchten mit Gänsefeder und Tinte zu schreiben, lernten alte Berufe kennen und erfuhren Einiges über das damalige Leben auf dem Land; zum Beispiel dass es viel weniger zu kaufen gab als heute und man deswegen auch viele Dinge noch selbst herstellen musste.

Als krönender Abschluss stand ein Einkauf im historischen Kaufmannsladen von Tetenbüll „Haus Peters“ an.

Kinderstube, Haus Peters, Kindergarten, Ipsen

In dem 200 Jahre alten Kolonialwarenladen durften die Kinder in selbst gebastelte Tüten die Zutaten für die Weihnachtsbäckerei abfüllen und abwiegen lassen. Dann wurde bezahlt und das Geld verschwand – wie schon anno 1820 – in dem Messing-Münzschlitz in der Theke. Bei dem folgenden Rundgang durch das Haus konnten die Kinder in der Küche lernen, dass das Wäsche waschen früher deutlich aufwändiger war als heute und Wärmflaschen längst nicht so kuschelig; im kalten Keller erfuhren sie, wie man Vorräte lagerte, als es noch keinen Kühlschrank gab. Zum Ende des Besuchs wurden noch zwei Tüten mit Naschereien gekauft, die bestimmt auch den Kindern vor 200 Jahren den Weg nach Hause versüßt hätten.

Kinderstube, Haus Peters, Kindergarten, Ipsen

Siri Pasina – Traumbilder zu Theodor Storm: noch bis 24.2.!

Noch bis Ende Februar läuft die aktuelle Ausstellung “Traumbilder zu Theodor Storm” mit Bildern von Siri Pasina

Tannkönig von Sirina Pasina, Öl/Leinwand, 2010

“Tannkönig” von Sirina Pasina, Öl/Leinwand, 40×40 cm, 2010

1972 in Monza/Italien geboren, studierte Siri Pasina von 1990-1994 Malerei an der Kunstakademie in Mailand mit Abschluss Promotion. Von 1994-1995 arbeitete sie als Kunstkritikerin an der traditions reichen Zeitung Il Cittadino. Danach folgte 2005 die (2.) Promotion zum Doktor der Philosophie an der Staatlichen Universität Mailand. Seit 2007 lebt und arbeitet die Künstlerin in Husum. Fasziniert von den Novellen und Gedichten Theodor Storms (1817-1888), hat sie mit ihrer Mischtechnik aus Öl- und Aquarellfarben sowie Ölkreiden eine der umfangreichsten Bilderserien zu Szenen aus den Werken des Husumer Dichters geschaffen.
Ihre Bilder zeigten in Einzelausstellungen das Heimatmuseum Heiligenhafen (2009), das Künstlermuseum Kiel-Heikendorf (2011) sowie das Literaturmuseum Heiligenstadt in Thüringen (2011), wo Storm von 1856 bis 1864 als preußischer Kreisrichter tätig war. Zu sehen waren ihre Arbeiten auch während der Tagung der Husumer Storm-Gesellschaft (2012).

Die Ausstellung im Haus Peters ist die bisher umfangreichste Bilderschau der Künstlerin und umfasst auch ausgewählte Werke zu anderen deutschen Klassikern wie Johann Wolfgang v. Goethe (1749-1832) oder Thomas Mann (1875-1955).

Der Stempel des Unbehaglichen von Siri Pasina, Öl/Leinwand, 2010, 40 x 50 cm

Der Stempel des Unbehaglichen von Siri Pasina, Öl/Leinwand, 2010, 40 x 50 cm

Letzterer war ein großer Bewunderer Theodor Storms, der seine Erzählkunst  „ein stimmungsvolles Versteckspiel im Nebel“ genannt hat, eine Definition, die auch gut zu den Werken Siri Pasinas passt: neben minutiöser Detailanalyse finden sich flächige, oft grell farbige, mal sacht sich auflösende Farbaufträge, und es besteht ein kaum verkennbarer Hang zu Unlogik und Widersinn, zu Mutwillen und Willkür, Stilbrüchen und subtilen Provokationen. Es sind Traumbilder, die auf spielerische Weise dem Betrachter einen neuen Zugang zu klassischen Werken der Literatur ermöglichen sollen.

(Text: Brigitta Seidel)

Die Eröffnungsrede zur Ausstellung vom 3.11.2012 von Dr. Katrin Schäfer können Sie sich hier herunterladen: SiriPasina-Eröffnungsrede

Der Dompfaff von Siri Pasina, Öl/Leinwand, 30 x 30 cm, 2010

Der Dompfaff von Siri Pasina, Öl/Leinwand, 30 x 30 cm, 2010